Was das kulturelle Leben innerhalb des Landes betrifft, so herrschen starke Unterschiede zwischen der städtischen Kultur und der auf dem Lande vor: Auf dem Land nehmen traditionelle Tänze noch immer eine große Rolle ein, hier ist alles geprägt von der Folklore. Alles unterliegt einer starken spanischen und araukanischen Prägung. Es gibt auch Volkssänger (Payadores), deren Liedgut meist Themen die Liebe und Träumereien behandelt.

Indianische Einflüsse zeigen sich auch auf dem ländlichen Kunsthandwerk. Man stellt hier vor allem Töpferarbeiten oder Webarbeiten her. Auch Schnitzereien sind beliebt. Für Begeisterung sorgt auch immer wieder das chilenische Rodeo, dem die Huasos (so etwas wie chilenische Cowboys) beiwohnen. In den Städten herrscht meist ein weltbürgerliches Gefühl vor. Was den Sport betrifft, so sind vor allem Fußball, Tennis, Segeln und der Reitsport gefragt.

Esskultur in Chile

Wer in der chilenischen Küche nur spanische Einflüsse erwartet, wird hier angenehm überrascht: Es sind auch Einflüsse vieler anderer Länder in die Küche Chiles mit eingegangen, zum Beispiel auch aus Deutschland, nämlich durch die deutschen Einwanderer. So kann man an Weihnachten auch schon einmal einen Christstollen kaufen und in der Bäckerei kennt man Backwaren wie etwa den Apfelstrudel und auch die Bezeichnung dafür.

Wohlhabende Haushalte haben eine Küchenhilfe, die sich um die Zubereitung der Mahlzeiten kümmert. Für viele Hausfrauen gehört der tägliche Besuch auf dem Markt zu Tagesprogramm, denn hier kauft man frische Früchte und Gemüse, sowie andere Zutaten für die Speisen ein. Gerne isst man in Chile Huhn, Meeresfrüchte und Fisch. Bei geselligen Anlässen darf gegrilltes Fleisch nicht fehlen. Damit es zart bleibt, legen es die Chilenen gerne auch ein paar Stunden in Bier ein. Bei einem guten Essen darf auch der Wein aus Chile nicht fehlen.

Die Mahlzeitenfolge in Chile setzt sich aus Frühstück, Mittagessen und einem Snack am frühen Abend zusammen. Hier wird jeweils Tee dazu getrunken. Der Snack wird vor dem recht späten Abendessen gereicht, kann dieses mitunter sogar ersetzen. Nationalgericht ist unter anderem die Empanada, eine Teigtasche, die mit verschiedenen Fleischsorten oder Meeresfrüchten gefüllt und anschließend frittiert oder im Ofen gebacken wird.