Marina und Jakob P. aus Deutschland sind beide 45 Jahre alt und leben nun seit 2 Jahren in Chile. Zum Auswandern entschlossen haben sie sich schnell und es lief auch alles glatt. Doch manchmal bereut Marina diesen Schritt, vor allem dann, wenn sie daran denkt, was und wen sie in Deutschland zurück ließ:

“Unser Haus, das wir in Deutschland hatten, ist mit dem, das wir hier in Chile bewohnen, nicht zu vergleichen. Wir hatten in Deutschland alles, was wir brauchten und noch ein wenig mehr, zum Beispiel eine eigene Sauna. Manchmal sehne ich mich danach, in der eigenen Wärmekabine zu liegen. Seit ich hier in Chile bin, war ich kein einziges Mal in der Sauna, weil ich keine öffentlichen Sauna – Anlagen mag. Unser Haus hier bietet auch alles, was wir brauchen. Das Haus in Deutschland jedoch war schöner und qualitativ hochwertiger verarbeitet. Auch mache ich mir Sorgen wegen des Erdbebens. Wer sagt uns denn, dass nicht auch unsere Wohngegend einmal davon betroffen ist?

Wenn ich an Deutschland denke, fehlen mir aber vor allem die Menschen dort. Meine Eltern zum Beispiel oder meine Schwester. Wir sehen uns eigentlich nur an Weihnachten. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen. Zum Glück kann man mittlerweile über das Internet telefonieren. Dies macht das alles ein wenig leichter für mich. Trotzdem habe ich Sehnsucht nach der Heimat. Ich fühle mich jedoch wohl hier. In unserem Dorf haben wir bereits viele Freunde gefunden und auch unsere Arbeit wird gut bezahlt.

Unseren Kindern gefällt es hier auch, das ist mir wichtig. Wenn sie hier nicht glücklich wären – mein Mann und ich würden wahrscheinlich wieder zurück nach Deutschland gehen. Was ich hier in Chile toll finde, ist die Freundlichkeit der Menschen. Ich habe das Gefühl, hier wird die Gastfreundschaft größer geschrieben, als bei uns. Außerdem werde ich auch oft von Leuten gegrüßt, die mich gar nicht kennen.”